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Schachtanlage Friedrich Thyssen 4/8

Im Jahre 1871 begann man mit dem Niederbringen des Schachtes Deutscher Kaiser 1, in der NĂ€he des Rathauses in Duisburg - Hamborn. 1876 kamen hier die ersten Kohlen an das Tageslicht.

August Thyssen kaufte ab 1885 die Kuxe der gleichnamigen Gewerkschaft. Die ĂŒber eine Berechtsame von 34 qkm verfĂŒgte. Vier Jahre spĂ€ter hielt er bereits die Mehrheit der Anteile und konnte das Unternehmen nach seinen Vorstellungen planmĂ€ssig ausbauen. Zur Firma gehörten bald neben den Steinkohlenzechen HĂŒttenwerke, Erzgruben und eine Reederei.

Mit dem Bedarf an Steinkohle wuchs auch die Anzahl der Schachtanlagen in Hamborn. 1888 erfolgte der erste Spatenstich fĂŒr die Zeche Deutscher Kaiser 2 und 1896 nahm der Schacht Deutscher Kaiser 3 die Förderung auf.

Die Teufarbeiten fĂŒr eine vierte Zeche, Schacht Deutscher Kaiser (Schacht 4) begannen am 7. Nov. 1899 an der Beecker Straße, 1,6 km sĂŒdlich von Schacht 1.

Am 15. Oktober 1903 kamen im Schacht Deutscher Kaiser 4 aus dem 8 qkm grossen Grubenfeld die ersten Kohlen zutage. Am Jahresende wies die neue Zeche eine Förderung von knapp 24.000 t aus.

Schacht 4
Schacht 48a
Zentralkokerei
Teufen Schacht 4
labor Schwebebahn 2
Pfeil

Im ersten Betriebsjahr stieg die Produktion mit 1.019 Belegschaftsmitgliedern bereits auf 256.800 t Fettkohle, die sich, in einer WĂ€sche aufbereitet, gut zur Koksherstellung eignete.

Deshalb nahm 1905 eine Kokerei mit Neben Gewinnungsanlagen den Betrieb auf. Sie versorgte ĂŒber eine 880 m lange Seilbahn (siehe Pfeil) zunĂ€chst nur das nahegelegene HĂŒttenwerk Meiderich (heute Landschaftspark Duisburg - Nord) mit Koks, entwickelte sich jedoch im Laufe der Zeit zur grössten Anlage im Ruhrgebiet. Auch auf der Zeche wuchsen Belegschaft und Förderung bis zum 1. Weltkrieg stetig.

1913 brachten 2.365 Mann 882.000 t Kohle ans Tageslicht. WÀhrend des Krieges stagnierte der Ausbau der Zeche, die Förderung sank mit einer Belegschaft von 1.837 Mann auf 360.000 t.

Mit dem Untergang der Monarchie passte der Name Deutscher Kaiser nicht mehr in die Zeit. Deshalb firmierten die HĂŒttenbetriebe ab 1919 unter Gewerkschaft August Thyssen-HĂŒtte, und aus der Bergbauabteilung entstand die neue Gewerkschaft Friedrich Thyssen. Entsprechend wechselten auch die Zechen ihre Namen. ZunĂ€chst beschlossen die Verantwortlichen 1921, die Zeche Friedrich Thyssen 4 genau wie ihre Nachbarn zu einer Doppelschachtanlage zu erweitern.

Die Teufarbeiten fĂŒr den Schacht Friedrich Thyssen 8 begannen im Januar des folgenden Jahres. Die Schachthauer brachten ihn mit einem Durchmesser von 6,20 m nach dem Gefrierverfahren nieder, das heißt, die wasserfĂŒhrenden, nicht standfesten Schichten des Deckgebirges wurden vorher eingefroren.

Am 3. Juni 1924 erreichte Schacht 8 ohne Schwierigkeiten bei 180 m Teufe das Steinkohlengebirge und ging schon am 24. Juni 1925 als einziehender Förderschacht in Betrieb. Gleichzeitig ĂŒbernahm der Schacht 4 die Abwetter, er blieb aber ebenfalls Förderschacht.

Seit 1928 verfĂŒgte die Zeche ĂŒber zwei ausziehende SchĂ€chte, weil der Schacht Wittfeld durch Austausch von Grubenfeldern mit der Gewerkschaft NeumĂŒhl in ihren Besitz kam.

Kurz vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise, 1929 erreichte Friedrich Thyssen 4/8 mit 3670 Belegschafts-mitgliedern die Maximalförderung: 1.27 Mill. t. Auf dem Höhepunkt der Krise 1932 verloren nicht nur 1.000 Bergleute ihren Arbeitsplatz. sondern die Produktion sank auf 500.600 t.

Die Jahre bis zum 2. Weltkrieg zeichneten sich durch eine stetige Weiterentwicklung und Modernisierung der Schachtanlage aus. Als Folge davon stabilisierte sich die Förderung schliesslich bei 850.000 t je Jahr. Im November 1944 richteten zwei Bombenangriffe auf der Zeche grosse SchÀden an. Ein Volltreffer zerstörte eine Fördermaschine von Schacht 4. Weitere EinschlÀge legten Teile des Kesselhauses und der Aufbereitungsanlage sowie das SchachtgebÀude von Schacht 8 in Schutt und Asche.

Die abgesoffene 8. Sohle auf der Schachtanlage 4/8 wird 1946 gesĂŒmpft. Erst im August 1947 konnte die Förderung von der 8. Sohle wieder aufgenommen werden.

Zum 50 - jĂ€hrigen JubilĂ€um 1953 waren alle KriegsschĂ€den behoben und die Zeche zeigte sich als moderne Anlage Im MĂ€rz des folgenden Jahres legten die Bergwerke an der Ruhr zum ersten Male seit 21 Jahren Feierschichten wegen Absatzmangels ein. Das war der Beginn der Kohlenkrise, von hier an schrumpfte der Bergbau immer mehr. 1958 war der Beginn eines Jahrzehnts der Kohlenkrise. Innerhalb der nĂ€chsten zehn Jahre wurden in Nordrhein-Westfalen 78 Zechen geschlossen und die Zahl der BeschĂ€ftigten ging von 607 000 auf 287 000 zurĂŒck. Man hoffte vergebens, die Wirtschaft Wunderjahre und die Kohlen Vorrangpolitik wĂŒrden die Kohlenprobleme abfedern. Aber die nĂ€chste Kohlenkrise kam dann 1966/67.

Als die Schliessung der Zeche Friedrich Thyssen 4/8 bekannt gegeben wurde, war das ein Schock aus heiterem Himmel, hatte die Zeche doch noch eben viel Geld investiert.

1957 plante man zwar noch eine Zusammenlegung mit der Nachbaranlage Westende. Da man auf der 5. Sohle im Hauptquerschlag nach SĂŒden mit Schacht 8 eine Verbindung hatte, um Kohle unterirdisch transportieren zu können. Auch die oberirdischen Anlagen waren fast fertig, als das Ende bekannt gegeben wurde.

Aber die steigenden Absatzprobleme erzwangen Rationalisierungsmassnahmen, die zum Stillegungsbeschluss fĂŒr die Schachtanlage Friedrich Thyssen 4/8 fĂŒhrten. Am 30. Juni 1959 kam der letzte Wagen zutage. Der grösste Teil der Belegschaft fand auf den Nachbarzechen eine neue Arbeitsstelle

Die Schachtanlage 4/8 einschliesslich des Schachtes Wittfeld wurden 1959 stillgelegt, wÀhrend die Kokerei zunÀchst noch im Betrieb blieb. Die dortigen Tagesanlagen wurden im Folgejahr abgebrochen.

1974 produziert die Kokerei noch ĂŒber 1 Mio. Tonnen Koks

   Schachtdeckel von Schacht 4/8

Deckel 1
Deckel Schacht 4
Schachtpunkt 4
Schachtpunkt 8
Schachtpunkt 8 SĂ€ule

Im Jahr 2008 habe ich den Schachtdeckel vom Schacht 8 frei gekratzt, und auf wunderbarerweise, fand ich 2 Jahre spÀter neue Schilder vor. Wer war so freundlich?

Die Zahlen sind Koordinaten des Gauß - KrĂŒger - Systems. Man gibt die genaue Lage eines Schachtes an, so dass man ihn auf dem Schachtplan sofort wieder finden kann. - Das Gauß - KrĂŒger - System ist das heutzutage gebrĂ€uchliche Koordinatennetz, mit dem auch wir im Bergbau arbeiten. Man erinnert sich bestimmt noch an das Gitternetz, das auf allen Grubenrissen aufgetragen wurde.

Der Rechtswert (R) gibt an, dass der Punkt - Schachtdeckel sich im 2. Meridianstreifen

(= 4,5 bis 7,5 östlicher LĂ€ngengrad) befindet. Die 2. Ziffer, die ebenfalls hoch geschriebene "5" bedeutet, der Punkt liegt östlich des Mittelmeridians. Der Mittelmeridian ist in diesem Streifen der 6. östliche LĂ€ngengrad und wird mit 500 Km angegeben. Alle Werte, die ĂŒber 500 sind, liegen also östlich, alle Werte, die kleiner als 500 sind, liegen demnach westlich des 6. LĂ€ngengrades.

Die weiteren Ziffern von Schacht 4 bedeuten: 53 183,20 geben die genaue Entfernung vom 6. LĂ€ngengrad an; also 53183,20 m oder 53,18320 km.

Der Hochwert (H) gibt die Entfernung vom Äquator an. Also 57 05326,90 heißt: Der Punkt des Schachtdeckels liegt 5705,32690 km nördlich des Äquator.

Schacht 4:

    R= 25 53183.60  R= 25 53183.20

    H= 57 05326.90  H= 57 05326.90

Schacht 8:

    R= 25 53075.00  R= 25 53074.80

    H= 57 05182.00   H= 57 05182.20

Die kleinen Differenzen (in Dezimeterbereich) ergeben sich durch Neuvermessungen.

Anschlag
Jungleute
Lehrstreb
Übungsraum

Ehemalige Bergleute von der Schachtanlage 4/8 ( Walter Struwe und Gerhard Hinz) schickten mir Bilder von Ihrer Lehrzeit.

Blasversatz
Lehrstollen Lehrlinge 1955
Kurvenband 1
Lehrlinge 1
Ostacker
Hinz 1
Ostacker 1 Hinz 2
Schacht 4 - KnappenprĂŒfung 1950
KnappenprĂŒfung 1954
Hinz
Hauerpr 1954
Anton

Etliche Unterlagen schickte mir sein Enkel Werner Pipenbacher

Alte Leute 1

Ein Bild aus alten Tagen

Auf der hier veröffentlichten Aufnahme sind Persönlichkeiten abgebildet, die fĂŒr unseren heimischen Bergbau, damals von besonderer Bedeutung waren.

Das Foto zeigt in der 1. Reihe sitzend von links nach rechts: 1. Bergrat Brand, den frĂŒheren OberbĂŒrgermeister von Hamborn, Dr. Rosendahl, Oberbergamtsdirektor, Oberbergrat Stöcker, Bergwerksdirektor Dr.-Ing. E. h. Peter Mommertz, der von Ende 1918 bis 1925 Bergwerksdirektor war, den GrĂŒnder des Thyssen-Bergbaus, Dr.-Ing. E. h. August Thyssen, PrĂ€lat Dr. Laakmann, Berghauptmann Overthun, Geheimer Bergrat Kreisel und Oberbergrat Dr. SchlĂŒter.

In der 2. Reihe stehend von links nach rechts: Direktor Dr.-Ing. Roeleu, der kurze Zeit auch beim Hamborner Bergbau tĂ€tig war und nach dem Tode von Dr. Lenze dessen Nachfolger bei der Thyssen‘schen Gas- und Wasserwerke GmbH und gleichzeitig Generaldirektor der damaligen Gewerkschaft Walsum, der damaligen Bergwerksgesellschaft Walsum AG, wurde, Kaufmann P. Mommertz, Dr. Struckmann, Kaufmann J. Mommertz, Direktor Lenze — spĂ€ter Generaldirektor Dr. -Ing. E. h. der Thysseu‘sche Gas- und Wasserwerke GmbH, Direktor Kalle, unseren frĂŒheren Bergwerksdirektor Dipl.-Ing. Barking, Direktor Dr. jur. SpĂ€ing — Justitiar der August Thyssen-HĂŒtte, Julius Thyssen, 1. Bergrat Koepe, Bergreferendar Dipl.-Ing. W. Mommertz und Direktor Drost.

Diese Aufnahme ist anlĂ€sslich des 50jĂ€hrigen BergmannsjubilĂ€ums von Herrn Bergwerksdirektor Dr.-Ing. E. h. Peter Mommertz gemacht worden, vermutlich im Jahre 1924. Aufgenommen wurde die Personengruppe vor dem frĂŒheren Kasino Wittfeld in Hamborn, Wittfelder Straße, das spĂ€ter zu einem Wohnhaus umgebaut worden ist.

Luftaufnahme 4-8
GasbehÀlter hamborn 1
Pforte 4
Schacht 50
wache anton

UnschÀtzbar ist, was niemals wiederkehrt. (Goethe )

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