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Schachtanlage Rönsberghof

Im Jahre 1139 wurde der Rönsbergshof urkundlich erwähnt als Mühlengut, das zum Stift Hamborn gehörte. Der staatliche Bauernhof mit See, der über Jahrhunderte hier stand, ist hochbetagten Mitbürgerinnen und Mitbürgern durch Erzählungen ihrer Eltern noch ein Begriff. Vielleicht erinnert man sich auch an den "Rönsberger", einen klaren Schnaps, der in der angegliederten Brennerei hergestellt wurde?

Der Schacht Rönsbergshof in Beeck, der seit 1928 zur Entlastung der Wetterführung für den Kampschacht - Schachtanlage Westende - diente, ist in den Jahren 1908 und 1909 von der Gewerkschaft Deutscher Kaiser nach dem Senkschachtverfahren abgeteuft worden. Der Beginn des Abteufens war der 1.Mai 1908 . Bereits am 6.Juli 1909 erreichte man bei 152 m das Steinkohlengebirge; bis  Jahresschluß kam der Schacht noch bis 203 m Teufe herunter. Im März 1915 war eine  Teufe  von 480 m erreicht. Ursprünglich war dieser  Schacht  nur als Spülschacht,  für  die Seilfahrt und für die Wetterführung im Felde Friedrich Thyssen gedacht. So übernahm der Schacht seit Anfang 1910 die Aufgabe eines ausziehenden Wetterschachtes für die Schachtanlagen Friedrich Thyssen 4/8 und Schacht 3/7, aber nach der Fertigstellung des Schachtes 8, im Jahre 1925 schied er als Wetterschacht aus; für die Schachtanlage Friedrich Thyssen 3/7 war er als solcher schon am 1 April 1915 in Fortfall gekommen. Seit 1928 war er - wie schon angedeutet - ausziehender Wetterschacht für den Kampschacht.

Dass der Schacht Rönsbergshof auch in Förderung genommen wurde, war durch die Kriegsjahre bedingt. Der 26. März 1915 war der Beginn der Kohleförderung. Abgebaut wurden lediglich Fettkohlenflöze von Flöz Sonnenschein, die in gleichmässiger Ablagerung mit nördlichem mittlerem Einfallen ausgebildet waren.

Bis zum Jahre 1926 förderte er insgesamt rd. 2 794 000 t Kohle.

Als mit der Gründung der Vereinigte Stahlwerke AG, Schacht Rönsbergshof Westende zugeteilt wurde, musste auf ihm - mit einer Unterbrechung vom 1. Februar 1928 bis 31. Januar 1929 - die Förderung noch bis Mitte April 1930 aufrechterhalten werden, und die geförderten Kohlen wurden nach dem Kampschacht gefahren, weil damals zwischen den Grubengebäuden von Rönsbergshof und Kampschacht keine Verbindung bestand. Seitdem dann auf der 4. und 5. Sohle die Verbindung hergestellt war, diente der Schacht Rönsbergshof nur noch der Wetterführung. Bis zum 1. Juli 1930 war es Seilfahrtschacht

Die Belegschaft von Rönsbergshof belief sich im Jahre 1915 auf 659 Mann. Die höchste Belegschaftszahl wurde mit 969 Mann im Jahre 1922 erreicht; 1926 betrug sie noch 904 Mann.

Noch ein kurzer personeller Hinweis, der interessieren dürfte:

Der erste Betriebsführer unter Tage von Schacht Rönsbergshof war Anton Krause; für nur 1,5 Monate folgte auf ihn im April und Mai 1919 Ludwig Engelhardt. Dann leitete Betriebsführer Wilhelm Schormann den Schacht, bis zum 31. Mai 1926 und nachmalige Betriebsinspektor von Westende. Vorübergehend war dann Balthasar Kölfen Betriebsführer.

Seit dem 1. Juli 1926 unterstand der Schacht Rönsbergshof dem jeweiligen Betriebsführer des Kampschachtes.

Dass am Dienstagmorgen, dem 28. Juli 1964, etwas Besonderes auf der alten Schachtanlage Rönsbergshof vor sich ging, sah man beim Näherkommen sofort. Auf der Zufahrt zum Schacht und auf dem Schachtgebäude hatten Polizeiposten den Absperrdienst übernommen. Einige Herren waren erschienen, u. a. der Leiter der Schachtanlage Westende, Betriebsdirektor Bergrat a. D. Brand, und sein Betriebsführer Klein, Zechen -Baumeister Buschulte und Revieroberinspektor Schramm vom Bergamt Duisburg, um Zeugen des Niederlegens des noch stehenden Schachtgerüstes zu sein.

Die Abbruchkolonne der Unternehmerfirma Stoppelkamp, die schon seit Wochen mit der Demontage der Maschinen und Eisenteile sowie mit den Vorbereitungsarbeiten zur Niederlegung des Schachtgerüstes beschäftigt war, traf kurz vor 9:00 Uhr die letzten Massnahmen. Ein langes Seil war bereits oben am Gerüst befestigt; es führte zu den in Bereitschaft, stehenden Zugmaschinen - Bagger Raupenfahrzeug und Lastwagen - denn das Gerüst sollte nicht gesprengt, sondern niedergezogen werden. Die Schneidbrenner frassen sich zischend in die Hauptstützen ein.

Rönsberghof 3

Und dann war es soweit. Alles begab sich eilends ausserhalb der Gefahrenzone. Ein Signal wurde gegeben - die Uhr zeigte 9.15 Uhr -, die Zugmaschinen traten in Tätigkeit, das Seil straffte sich. Ein Beben durchlief den 80 Tonnen schweren eisernen Riesen; langsam neigte er sich, um dann plötzlich mit dumpfem Krachen zu Boden zu schlagen, genau in der gewollten Richtung. Eine gewaltige Staubwolke stieg wirbelnd empor.

Ein Wahrzeichen von Beeck, der Förderturm von Rönsbergshof, steht nicht mehr.

Nach Verfüllung des Schachtes Rönsbergshof wurde auch das Fördergerüst beseitigt und verschrottet.

Der Bergbau wandert nach Norden

Rönsbergshof
Rönsberghof 1
Rönsberghof Schule 7
Rönsberghof 2
  • Wetterschacht Rönsbergshof. Rechts im Bi1d die Bergberufsschule,  im Hintergrund die Sinteranlage von Phoenix-Rheinrohr
Rönsberghof 6
Rönsberghof 10
Rönsberghof schule 8
Föedermaschine Rönsberghof
Schachtdeckel Rönsberghof
Rönsberghof 4
Kohle 2012

Daten vom Schacht:

Teufbeginn 1908

Inbetriebnahme 1910

Stilllegung 1964

Verfüllung 1964

Schachtteufe 480 m

1937 - Errichtung der Bergmännischen Berufsschule Westende auf dem Schachtgelände.

1941 - Beschädigung durch Brandbomben. Nach der Reparatur des alten Gebäudes wurden hier unter                  sehr menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter untergebracht

1944 - völlige Zerstörung des Gebäudes.

1955 - Neubau als Zentral Bergberufsschule für die Schachtanlagen Westende, Beeckerwerth und                    Friedrich Thyssen 4/8.

1968 - Schliessung der Bergberufsschule. Die Stadt Duisburg kaufte das Gelände des Rönsbergshofes                 vom Hamborner Bergbau, um die Sonderschule für Geistig behinderte hier einzurichten.

1968 - 1974 Vorübergehend war die Hauptschule Lange Kamp hier untergebracht, weil deren altes                        Schulgebäude baufällig war.

 

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