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Die Schachtanlage Friedrich Thyssen 1/6

Mit dem Abteufen des Schachtes I, der Zeche Deutscher Kaiser, später Schacht Friedrich Thyssen I, wurde im Dezember 1871 begonnen. Der Schacht ist nach dem Senkschacht verfahren durch Abbohren mit Sackbohrern im toten Wasser niedergebracht worden. Der Antrieb des Bohrers erfolgte damals noch mit Ochsengespanne.

Zunächst wurde durch die wasserhaltigen Kies- und Sandschichten des Diluviums bis zu den festen Tonschichten des Tertiärs ein Senkschacht aus Mauerwerk mit einem inneren Durchmesser von 6,60 m und einem äusseren von 7,85 m niedergebracht, dessen Fuss Ende des Jahres 1872 bei etwa 16 m Teufe in festen blauen Letten des Tertiärs stand, in denen er nicht weiter herunterzubringen war. Man begann dann mit dem Niederbringen eines Tübbingsenkschachtes mit einem äusseren Durchmesser von 4,97 m.

Schacht 1Neu

Ende März 1972 stand der Tübbingsenkschacht bei 30,93 m Teufe in blauen sandigen Letten. Dann traf man auf feste, steinige Schichten, so genannten Mergelunkel, von 0,63 m Mächtigkeit. Bei 37,35 m Teufe waren die sandigen Letten stark mit Schwefelkiesknollen durchsetzt, die trotz der grössten Vorsicht bei 39 m Teufe eine Beschädigung des Senkschuhes dadurch herbeiführten, dass der Schuh zu hart auf eine der festen Knollen aufsetzte.

Nach Behebung des Schadens durch Taucherarbeit wurden die Bohrarbeiten in früherer Weise mit gutem Erfolge wieder fortgesetzt. Anfang September 1873 hatte man bereits 58,36 m Teufe erreicht und hier die untere Fließsandschicht des Tertiärs, die damals als Untere Sande von Hamborn bezeichnet wurde, angebohrt, da wurde der Senkschuh ein zweites Mal beschädigt. Es gelang zwar, das beschädigte Tübbingsegment mittels einer Fangschere loszureissen und nach oben zu ziehen, doch waren die zugezogenen Taucher durch nichts zu bewegen, unter einem Wasserdruck von 5,5 Atmosphären den Schaden auszubessern. Ein auch nur teilweises Sümpfen des Schachtes schien angesichts der unten anstehenden Fließschicht nicht ratsam. Man musste sich deshalb entschliessen, einen zweiten Tübbingsenkschacht mit einem Durchmesser von 4,08 m in den ersten einzusetzen, der schon am 21. Februar 1874 den Fuss des ersten erreichte, jedoch Ende Mai 1874 in der Teufe von 75,58 m so feste Mergelschichten antraf, dass das Bohren im toten Wasser ohne jeden Einfluss blieb. Man entschloss sich daher, den Schacht von Hand weiter abzuteufen.

Anfang Juli 1874 konnte nach der Sümpfung des Schachtes mit dieser Arbeit begonnen werden, die einen guten Fortgang nahm. In einer Teufe von 129,25 m wurde am 23. November 1874 das Steinkohlengebirge erreicht. Der Schacht wurde für die endgültige Förderung ausgerüstet und das Fahr- und Wettertrumm hergestellt. Nach Beendigung dieser Arbeiten wurde Mitte April 1875 das Abteufen wieder aufgenommen. Noch in demselben Jahre erreichte man 250 m Teufe.

Der Schacht erhielt im Steinkohlengebirge die übliche Ziegelsteinauskleidung. Bei 175,35 m Teufe setzte man die 1. Sohle (Wettersohle) an und betrieb deren Aus- und Vorrichtung in den nächsten Jahren äusserst stark.

Über Tage begann man noch während des Abteufens im Jahre 1875 mit der Errichtung des endgültigen Schachtgerüstes sowie der Hängebank, der Verladung und der Fördermaschine. Im Jahre 1876 konnte die Förderung aufgenommen werden, nachdem die Zeche Anschluss an den Bahnhof Neumühl erhalten hatte.

Schacht 1 Alte
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Schon 1877 ging man an das weiter Abteufen des Schachtes, der noch in diesem Jahre 278,5 m Teufe erreichte; 1878 war er 297 m, 1879 bei 315 m, 1880 bei 326 m, 1882 bei 370 m tief. Bei 255 m Teufe setzte man die 2. Sohle, bei 308 m Teufe die 3. Sohle, bei 369 m Teufe die 4. Sohle an. Man fuhr mit diesen Sohlen insgesamt 5 bauwürdige Flöze an, und zwar die Flöze 1, 2, 3, 4 und 5, die den Flözen P, N, G, E und Zollverein 2 der heutigen Einheitsbezeichnung entsprechen.

1880 fing man außerdem mit der Errichtung einer Wäsche und Sieberei, sowie mit dem Bau einer Anschlussbahn nach Alsum zu dem dort geplanten Hafen an.

Bahn und Hafen waren 1882 fertig gestellt, so dass die Zeche von jetzt ab in der Lage war, ihre Förderung nicht nur auf dem Landwege, sondern auch auf dem Wasserwege zu verfrachten. Im Jahre 1887 wurde der Schacht 1 weiter abgeteuft. Er kam im folgenden Jahre bis 475 m Teufe und wurde in Mauerung gesetzt. Bei 458 m Teufe wurde das Füllort der 5. Sohle angelegt. Das weitere Abteufen hat dann annähernd 30 Jahre geruht. 1894 erfolgte im Flöz 10, dem Flöz Katharina der Einheitsbezeichnung, der Durchschlag mit der inzwischen gleichfalls fertig gestellte Schachtanlage Deutscher Kaiser 3 bzw. Friedrich Thyssen 3.

Schacht 6  mit Wäsche

Bis zum Jahre 1902 hat die Schachtanlage nur aus der Gaskohlengruppe gefördert. Erst von diesem Zeitpunkt an nahm man den Abbau der inzwischen auf den tieferen Sohlen vorgerichteten Fettkohlenflöze auf. Dabei erwies es sich aber, um die Wetterführung zu verbessern, als notwendig, neben dem Schacht 1 einen neuen Schacht, den Schacht 6, abzuteufen, der 150 m südöstlich vom Schacht 1 zu stehen kam.

 

Für diesen neuen Schacht wurde der erste Spatenstich am 28. Juni 1903 getan. Das Abteufen erfolgte wie beim Schacht 1 nach dem Senkschachtverfahren. Bis 17,70 m Teufe im Diluvium wurde ein äusserer Mauervorschacht von 8 m Durchmesser niedergebracht. Dann wurde eine Tübbingsäule mit einem Durchmesser von 7 m abgesenkt, die aber nur bis 51 m Teufe kam, wo sie sich festsetzte. Es wurde deswegen eine zweite Tübbingsäule von 6 m Durchmesser eingebaut, die nach dem Senkschachtverfahren bis 65 m Teufe niedergebracht wurde. Das Abteufen erfolgte dann v o n H a n d und ging bis zum Steinkohlengebirge ohne Schwierigkeiten vonstatten.

Der Schacht erreichte 1905 202 m, 1906 420 m, 1907 520 m und 1908 580 m Tiefe, wo das Abteufen vorläufig eingestellt wurde. Im Steinkohlengebirge wurde er mit Ziegelstein Mauerung ausgekleidet. Bei 368 m Teufe wurde im August 1907 die 4. Sohle und bei 457 m Teufe im Januar 1908 die 5. Sohle angesetzt. Nach dem Durchschlag des Schachtes 6 mit dem Schacht 1 übernahm der erstere die Förderung. Der alte Schacht 1 wurde als ausziehender Wetterschacht eingerichtet und einer durchgreifenden Instandsetzung unterworfen.

Dabei wurde von 55,35 m bis 75,75 m Teufe ein Schutzschacht aus gusseisernen Tübbingringen von 3,50 m Durchmesser vorgebaut, weil die alte Tübbingsäule an dieser Stelle starke Beschädigungen durch Rost aufwies. Vom 1. Juli 1910 ab wurde der Schacht 6 weiter abgeteuft. 1910 hatte er 595 m Teufe, 1911 eine Teufe von 654 m und 1912 eine solche von 700 m erreicht. In den folgenden Jahren ruhte wegen des Krieges und der Verhältnisse der Nachkriegszeit der weitere Ausbau der Grube. Nur hat man während des Krieges die Ausrichtung der schon 1910 angesetzten 6. Sohle in Angriff genommen und auf der 1902 angesetzten 7. Sohle die Füllörter und die Pumpen-kammern fertig gestellt.

Nach dem 2. Weltkrieg, wurde Schacht 6 bis zur 8. Sohle weiter geteuft. Um die Abbaufelder im Süden bewettern, zu können. Nützlich auch für die Schachtanlage 4/8.

Nachdem die Schachtanlage Friedrich Thyssen 1/6 am 1. Dezember 1928 stillgelegt wurde, sind muster-gültige Übungsstätten - Turnhalle zwei Schwimmbecken sowie ein Sportplatz mit einer Laufanlage erstellt worden.

Buschstraße
hauptverwaltung
Pforte 1-6
Geräteraum 1-6
25 Jahre Fußball
Kohlenhandel
Bunker

Gesamtansicht der alten Kohlen - Umschlaganlage, der Firma Hoppe, im Hintergrund der Förderturm der ehemaligen Schachtanlage Friedrich Thyssen 1/6.

Die Absackanlage war so hoch, dass die Säcke in den Lkw eingestellt und nicht mehr gehoben werden mussten.

Das ölhydraulisch absenkbare Waggon Entladeband, das — auf 190 m Verfahrbar war.

Heute ist hier ein neues Wohngebiet entstanden.

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