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Steinkohle aus Duisburg

Der Kohleabbau verhalf der Stadt Duisburg zur Blüte

Das Graben nach dem Schwarzen Gold war in Duisburg, nichts für leichtsinnige Abenteurer – die Kohle lag  nicht nur tief im Boden, sondern Sandschichten machten  es fast unmöglich, so nah am Rhein an den begehrten Rohstoff zu kommen.

Die kapitalstarken und mutigen Unternehmer Franz Haniel, Wilhelm Grillo, Daniel Morian und allen voran August Thyssen wagten es dennoch. Sie legten mit der Kohle den Grundstein für die industrielle Blüte der Stadt und für das Wachstum des Ruhrorter Hafens zu einem der grössten Binnenhäfen weltweit.

Nahezu zeitgleich begannen Mitte des 19. Jahrhunderts die Bohrungen für die ersten Schächte im Stadtgebiet: 1855 entstanden als erste Schächte Medio - Rhein in Hochfeld und Java in Neuenkamp, 1859 Neuduisburg in Neuenkamp, die jedoch wegen technischer Schwierigkeiten die Produktion niemals aufnahmen.

Der Bergbau konzentrierte sich auf das Gebiet nördlich der Ruhr. 1856 wurde Daniel Morian in Hamborn fündig, 1867 wurde die Gewerkschaft Hamborn gegründet und 1871 in Gewerkschaft Deutscher Kaiser umbenannt, die unter Leitung Thyssens zur grössten Schachtanlage im Duisburger Raum wurde.

Die Zeche Westende war eine historische Steinkohlenzeche in Duisburg.

Im Jahre 1855 begann eine englische Betreibergesellschaft in Duisburg- Meiderich mit den Vorarbeiten des Schachtes Jacobine. Die Schachtanlage war an der Stadtgrenze von Meiderich nach Oberhausen gelegen. Durch einen Wassereinbruch 1859 mussten die Abteufarbeiten zunächst eingestellt werden. Der Schacht soff ab, die Gesellschaft musste liquidieren.

In den Folgejahren wurden die Gesellschaften durch diverse deutsche Betreiber konsolidiert. Da das entstehende Bergwerk seinerzeit die westlichste Kohlenzeche des Ruhrgebietes war, wurde der Name Westende gewählt. 1870 wurde der Schacht Jacobine (fortan Schacht 1) erfolgreich gesümpft, und 1871 in Betrieb genommen. Trotz des erneuten Konkurses der Betreibergesellschaft 1875 wurde die Förderung beibehalten.

Nach erneuter Neuformierung in der Meidericher Steinkohlenbergwerks -AG 1885 konnte die Zeche weitere Expansionsmassnahmen aufnehmen. Dazu wurde 1889 neben Schacht 1 der Schacht 2 abgeteuft, welcher bereits 1892 in Betrieb ging. Die Förderanlagen beider Schächte wurde nach den seinerzeit modernen Standards ausgebaut.

Zusätzlich wurde der in Duisburg – Ruhrort in der Nähe vom Nordhafen gelegene Schacht der Zeche Ruhr & Rhein erworben, und künftig als Wetterschachtanlage Schacht 3 betrieben.

1896 wurde die Hüttenbetriebe Steinkohlenbergwerks -AG durch die Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb erworben.

Zur Zusammenfassung aller Feldsteile sowie der betriebenen Schachtanlagen wurde von 1906 bis 1910 in Duisburg - Laar der Schacht 4 geteuft. Diese Anlage wurde auch Schachtanlage Kampschacht genannt, und lag in direkter Nachbarschaft der Hüttenwerke Ruhrort. Diese Schachtanlage wurde mit deutschem Strebengerüst errichtet. Ferner wurde bei Schacht 4 eine Kokerei für Gießereikoks errichtet.

Nach der Inbetriebnahme des Schachtes wurde die Anlage als Zeche Westende offiziell geführt. Die Schachtanlagen 1/2 und 3 fungierten im Anschluss nur als Wetterschächte.

Die Zeche baute auch unter den Duisburger Hafenanlagen und hatte deswegen ständig mit Auflagen wegen der drohenden Absenkungen zu kämpfen.

Die Schachtanlage kam 1926 in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks -AG und wurde der Gruppe Hamborn zugeordnet. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden umfangreiche Massnahmen zur Förderungskonzentration übernommen.

Die Schachtanlage 1/2 wurde 1928 stillgelegt und abgeworfen. Weiterhin wurde der selbständig fördernde Schacht Rönsbergshof von der Zeche Friedrich Thyssen übernommen, nachdem dieser 1931 die Förderung einstellte.

In den Folgejahren wurde nach erfolgten Deicherhöhungen wieder der Abbau unter den Rheinhäfen aufgenommen.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dieses Abbauvorgehen erweitert, und unter planmässiger Absenkung des Hafengebietes vorgetrieben. (An andere Stelle mehr zum Absenken der Hafenanlagen).

Stilllegung

1964 wurde der Schacht Rönsbergshof abgeworfen und verfüllt. Das Fördergerüst wurde 1965 gesprengt.

Im Rahmen der Kohlenkrise der 60er Jahre entschloss sich die Friedrich Thyssen Bergbau -AG als Betreiber die Zeche Westende im Geschäftsjahr 1968 stillzulegen. Die Stilllegung erfolgte am 31. Juli des Jahres.

Die Kokerei wurde noch in die Ruhrkohle AG übernommen. Wegen fehlenden Absatzes für den Gießereikoks wurde sie allerdings 1969 sofort stillgelegt.

Heutiger Zustand

Heute ist von den Anlagen der Zeche Westende fast nichts mehr zu finden. Die Schachtanlage 1/2 ist mit der Zeit komplett überbaut worden, (Vieh- und Schlachthof), das Gelände Schacht 3 wird mit Kleinbetriebe  genutzt.

Das Gelände Schacht 4 liegt brach als Reservefläche für die Thyssen Krupp AG.

Das Torgebäude ist noch erhalten.

Westende 46

Die Zeche Ruhr & Rhein

Im Jahre 1857 begann ein französisches Konsortium mit der Niederbringen eines Schachtes im Hafengebiet von Duisburg Ruhrort. Das Schachtgelände lag direkt neben der Strasse nach Duisburg- Ruhrort.

1861 wurde ein kleiner Malakowturm Erbaut. Im Anschluss wurde die Förderung aufgenommen.

Die Zeche entwickelte sich wegen des stark wasserführenden Deckgebirges wirtschaftlich nicht so wie erwartet. Dies führte neben der insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Zeit zur mehrmaligen Zahlungsunfähigkeit der Betreibergesellschaft.

1870 liquidierte die Betreibergesellschaft. Die Schachtanlage ging in den Besitz einer ebenfalls französischen Nachfolgegesellschaft.

Dieser Vorgang wiederholte sich 1874 erneut. Nach dem dritten Konkurs 1885 wurde die Meidericher Steinkohlen-bergwerks -AG gegründet, die in deutschem Mehrheitsbesitz stand.

Sie benannte den Schacht in Ruhr & Rhein um. Da die weiterhin geplanten Abbaue unter den Rheinhäfen zu grossen Investitionsvorhaben geführt hätten, entschloss sich die Gesellschaft, den Schacht an die benachbarte Zeche Westende ab zugeben.

Der Schacht wurde 1890 von Westende übernommen und als Schacht 3 weitergeführt.

Die Zechen Friedrich Thyssen

Das Bergwerk wurde als Betriebsgesellschaft der neu gegründeten Gewerkschaft Friedrich Thyssen im Jahre 1919 gegründet.

Diese übernahm die Schachtanlagen Deutscher Kaiser 1/6, 2/5, 3/7 und 4 aus der auf gespaltenen Gewerkschaft Deutscher Kaiser.

Die einzelnen Schachtanlagen, deren Gesamtförderung im ersten Weltkrieg zeitweise über 5 Mio. t Kohle jährlich betragen hatte, wurden als eigene Werksdirektionen weitergeführt. 1926 wurden sie der Gruppe Hamborn der Gelsenkirchener Bergwerks -AG angegliedert.

Im Jahre 1922 wurde mit der Fortführung der Abteufarbeiten des gestundeten Schachtes 8 auf der Anlage Friedrich Thyssen 4 begonnen. Dieser konnte 1925 in Betrieb gehen, wodurch auch die letzte der Thyssen-Schachtanlagen zur vollständigen Doppelschachtanlage ausgebaut worden war.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sind zusätzlich mehrere Nebenschächte in Betrieb gewesen, um Wetterführung und Wasserhaltung in den Grubenfeldern zu gewährleisten.

Von diesen Schächten war der Schacht Rönsbergshof im Jahre 1915 als eigenständiger Förderschacht ausgebaut worden.

Dieser wurde als eigenständige Förderanlage bis 1931 geführt. Im Anschluss wurde er mit südlichen Feldesteilen an die Markscheidende Zeche Westende abgegeben.

Im Gegenzug verlagerte die Anlage Friedrich Thyssen 4/8 den Abbau schrittweise nach Nordosten. Zu diesem Zwecke wurde der Schacht 5 der dort angrenzenden Zeche Neumühl übernommen, und künftig als Außenschacht Wittfeld geführt.

Im Zuge einer sich durch die Weltwirtschaftskrise abzeichnenden Verschärfung des Absatzmarktes wurden die Schachtanlagen Friedrich Thyssen 1/6 im Jahre 1928 als Förderanlage stillgelegt. 1932 wurde die Förderung auf Friedrich Thyssen 3/7 eingestellt.

Zugleich wurde die Schachtanlage Friedrich Thyssen 2/5 grosszügig zur Zentralförderanlage ausgebaut. Schacht 2 erhielt ein neues vollwandiges Strebengerüst zur Übernahme der Förderung in Grossraumwagen.

Die Schachtanlage Friedrich Thyssen 1/6 wurde der Anlage 2/5 als Seilfahrt- und Wetterschachtanlage zugeordnet. Gleichzeitig wurde die 1933 stillgelegte Zeche Wehofen sowie der frühere Wasser Haltungsschacht Pollmannshof als Aussenanlage betrieben.

Die Schachtanlage Friedrich Thyssen 3/7 wurde als Aussenanlage an die westlich angrenzende Zeche Beeckerwerth abgegeben.

Die Kokereien Friedrich Thyssen 3/7 und 4/8 wurden Weiterbetrieben und zu Zentralkokereien ausgebaut.

Im zweiten Weltkrieg wurde insbesondere die Schachtanlage 4/8 durch Bombenfall beschädigt. Der Wiederaufbau Schacht 4 führte zur Errichtung eines baugleichen Fördergerüstes über Schacht 4 wie über Schacht 8.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Grubenfeld Eigentum der Gelsenkirchener Bergwerks - AG entflochten. Die Thyssen - Schächte wurden der Hamborner Bergbau -AG zugeordnet und dort in der Untergesellschaft Friedrich Thyssen Bergbau -AG eigenständig betrieben.

Ferner wurde die Kokerei Friedrich Thyssen 3/7, 1953 endgültig an die August - Thyssen-Hütte abgetreten.

Durch die einsetzende Kohlenkrise Ende der 50er Jahre entschloss sich die Friedrich Thyssen Bergbau - AG relativ frühzeitig zu drastischen Rationalisierungsmassnahmen. Schacht 1 wurde 1956 verfüllt.

Bereits 1959 wurde die Förderanlage Friedrich Thyssen 4/8 mit dem Nebenschacht Wittfeld auch wegen fehlender Wanderungsmöglichkeit komplett aufgegeben. Die Verfüllung der Schächte und der Abbruch der Tagesanlagen erfolgten in den Folgejahren.

Die Kokerei 4/8 wurde noch einstweilen Weiterbetrieben

1968 ging die Friedrich Thyssen Bergbau - AG in die neu gegründete Ruhrkohle AG ein. Das Bergwerk Friedrich Thyssen 2/5 und 1/6, sowie Wehofen 1/2 und die Kokerei Thyssen 4/8 gingen in die Bergbau AG Oberhausen über.

Stilllegung

In der Mitte der 70er Jahre entschloss man sich zur Stilllegung, da die Vorräte keinen wirtschaftlichen Betrieb mehr gewährleisteten.

1975 wurde eine Wasserlösungsstrecke zum benachbarten Bergwerk Walsum auf gefahren. Die Schächte Wehofen 1/2 wurden als Wasser Haltungsschachtanlage übergeben.

1976 erfolgte die Stilllegung der Zeche Friedrich Thyssen 2/5.

1977 wurde die Kokerei Friedrich Thyssen 4/8 stillgelegt.

Zechen wurde gekauft und verkauft, gingen in Konkurs oder in den Aktienbesitz mal des einen, dann des anderen Grossunternehmers über, wobei August Thyssen mit seinem ausgeprägten Instinkt für gute und schlechte Geschäfte aus seinem Bergwerk - Imperium ein noch grösseres machte: den weltweit bedeutenden Thyssen - Konzern.

In keinem der Duisburger Bergwerke wurde mehr als 100 Jahre gefördert. In Meiderich, Laar und Beeckerwerth endete die Bergbaugeschichte noch vor der in Hamborn, wo sich am 1. Juli 1959 zum letztenmal die Förderräder auf Schacht 4/8 drehten. Das Ende vom Bergbau in Neumühl kam 1962 und zog das damals bundesweit grösste Stadt Sanierungsprogramm (Hagenshof) nach sich. Und wäre 1975 nicht Walsum eingemeindet worden, dann hätte bereits ein Jahr später mit Friedrich Thyssen 2/5 die letzte Duisburger Zeche dicht gemacht.

Heutiger Zustand

Von den Tagesanlagen dieser grossen Schachtanlagen ist fast nichts erhalten. Lediglich das Schachtgerüst Friedrich Thyssen 6 ist als Industriedenkmal erhalten.

Auf dem Gelände von Schacht 1/6 ist die Verwaltung der Thyssengas AG angesiedelt.

Das Gelände der Kokerei - Friedrich Thyssen 4/8 wird seit 2005 nach jahrzehntelangem Brachliegen durch die Filiale einer skandinavischen Möbelhauskette Ikea genutzt.

Nur das Alte Pförtnerhaus vom Schacht Thyssen 4/8 steht noch

Pforte 4
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