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Schachtanlage Wehofen

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Die Schachtanlage Wehofen während des Abteufens im Jahre 1910

Am 9. April des Jahres 1888 hatte August Thyssen mit dem Abteufen des Schachtes 2 in Aldenrade, südlich der Walsumer Gemeindegrenze, beginnen lassen. Bei diesem Schacht wurde nach erheblichen Schwierigkeiten am 25. Februar 1894 in 233,5 m Teufe das Steinkohlengebirge erreicht. In Jahre 1896 konnte die Förderung aufgenommen werden.

Noch schwieriger gestaltete sich das Abteufen des Schachtes 5, der im Jahre 1901 begonnen wurde und erst nach Anwendung des neuen Gefrierverfahrens vollendet werden konnte. Hier hatte man das Steinkohlengebirge in 243,5 m Teufe erst am 29. Dezember 1908 aufgeschlossen. Die erste Thyssensche Schachtanlage in der Gemeinde Walsum ist die Schachtanlage Wehofen.

In den Jahren 1902/1903 hatte August Thyssen den Beitritt zum Rheinisch - Westfälischen Kohlensyndikat beschlossen. Um in diesem eine ansehnliche Beteiligungsziffer zu erhalten und gleichzeitig den Koksbedarf seiner Hüttenwerke decken zu können, wurde die Aufschliessung des nördlich von Hamborn liegenden Grubenfelderbesitzes in Angriff genommen.

Am 12. Dezember 1903 erfolgte durch notariellen Akt die Schaffung des Grubenfeldes Rhein 1 in Grösse von 6,2 Millionen qm durch reale Teilung des Grubenfeldes Deutscher Kaiser. Die Aufschliessung dieses neuen Feldes sollte durch drei Doppelt Schachtanlagen erfolgen. Die westliche, Walsum, war östlich des Dorfes Walsum geplant, die mittlere sollte zwischen Haus Loh und der Provinzialstraße entstehen, und die östliche mit drei Schächten war in Wehofen vorgesehen. Obwohl schon für die westliche und mittlere Schachtanlage im Jahre 1904 Betriebspläne eingereicht wurden, kam es aus den verschiedensten Gründen nicht zur Ausführung der Pläne.

In den Grubenvorstandssitzungen vom 8. und 11. September 1908, an denen neben August noch Fritz, Josef und Julius Thyssen und Generaldirektor Arthur Jacob teilnahmen, wurde der Beschluss gefasst, zunächst die Schachtanlage Wehofen in Angriff zu nehmen, weil die Möglichkeit bestand, vom Schacht 2 aus den Querschlag der 3. östlichen Abteilung zur Unterfahrung der Schächte Wehofen zu treiben.

Vordringlich war nun der Erwerb der für den Schachtbau in Wehofen erforderlichen Grundstücke. Am 10. Dezember 1908 wurde bei der Bergbehörde der Betriebsplan für die Schachtanlage eingereicht und am folgenden Tag der Vorschlag für den nötigen Eisenbahnanschluss der Eisenbahndirektion Essen unterbreitet.

Geplant waren ursprünglich ein Bohrschacht von 3 m Durchmesser und zwei Gefrierschächte von je 6 m Durchmesser. Die Verhandlungen mit der Bergbehörde zogen sich infolge Einspruches des Bergrevierbeamten bis zum Frühjahr 1909 hin.

Da ein freihändiger Ankauf des notwendigen Geländes unmöglich war, musste ein Enteignungsverfahren eingeleitet werden, das am 7. Oktober 1909 zugunsten der Gewerkschaft Deutscher Kaiser zum Abschluss kam. Mit den Vorarbeiten für den ersten Schacht wurde Mitte Mai 1909 begonnen. Ein Vorschacht wurde gemauert und ein vorläufiger Förderturm errichtet. Im September 1909 setzte das Stossen der Gefrierlöcher ein.

Da das Einfrieren des Gebirges gute Fortschritte machte, konnte man 1910 mit dem Abteufen des Schachtes beginnen. Am 31. Juli 1910 hatte man 35 m Teufe erreicht. Im September erreichte man eine Teufe von 103 m, am 28. Februar 1911 war der Schacht durch das Deckgebirge, 10 m in das Steinkohlengebirge hinein, bis 361 m Teufe niedergebracht worden. Im März 1911 wurde bei 372 m Teufe ein vorläufiger, wasserdichter Abschluss geschaffen.

Ende April 1909 waren auch die Vorbereitungsarbeiten für den Schacht 2, einen Bohrschacht, getroffen worden. Am 22. September 1909 wurde der Schuh des Tübbing Senkschachtes von 4,15 m lichter Weite eingesetzt. Da er sich in 63,85 m Teufe festsetzte und trotz Hinterspülung nicht weiter niederbringen liess, war man gezwungen, eine zweite Tübbingsäule von 3,40 m Durchmesser einzubringen. Bis zum 31. März 1911 war die Tübbingsäule in 215 m Teufe vorgedrungen. Wegen ihrer undichtigkeit musste man den Boden einfrieren und konnte dann bis Ende 1912 den Schacht in 355 m Teufe niederbringen, wobei bei 347,3 m Teufe das Steinkohlengebirge angefahren wurde.

Im Steinkohlengebirge wurden die Schächte mit Ziegelsteinen ausgebaut. Bei 398 m und 466 m wurden die 1. und die 2. Sohle angesetzt. Schacht 1 wurde zunächst bis zur 3. Sohle bei 549 m abgeteuft später ging man noch bis in 605 m Teufe. Schacht 2 erhielt nur eine Teufe von 500 m.

Unter Tage waren nach Ansetzen von drei Sohlen die Ausrichtungs- und Vorrichtungsarbeiten erfolgt, und da inzwischen mit der Errichtung der Betriebsanlagen über Tage begonnen worden war, konnte am 1. Juli 1913 die Förderung in Wehofen aufgenommen werden.

Östlich der Schachtanlage wurde dann in den Jahren 1913/14 die Siedlung für die Belegschaft erbaut, die in jener Zeit für den gesamten Thyssen Bergbau vorbildlich war. Im ersten Jahr 1913, wurden 39 613 t Gas- und Gasflammkohlen gefördert. 1917 betrug die Förderung 500 000 t und im Jahre 1924 hatte sie mit 720 002 t ihren Höhepunkt erreicht. Sie ging infolge der Absatzschwierigkeiten für Gasflammkohlen stetig zurück und betrug 1928 nur noch 418 090 t. Im Zuge der Rationalisierungsmassnahmen wurde die Schachtanlage Wehofen am 30. September 1928 stillgelegt.

Das Baufeld wurde der Großschachtanlage 2/5 zugeteilt, die den Schacht Wehofen 1 als einziehenden Wetterschacht benutzte. 1933 begann man mit dem Abbruch eines grossen Teiles der Tagesanlagen und der Entfernung von Schacht 2.

Seit 1955 diente der Schacht Wehofen 1 als ausziehender Wetterschacht der Schachtanlage Friedr. Thyssen 2/5.

Der Fördergerüst über Schacht 2 wurde bereits 1933 entfernt. Nach der Stilllegung von der Schachtanlage Friedrich Thyssen 2/5 - 1976 wurde auch das Fördergerüst von Schacht Wehofen 1 abgebrochen und der Schachtanlage Walsum abgegeben.

Beide Wehofen - Schächte wurden 1993 verfüllt.

Förderung der Schachtanlage

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Die Schachtanlage Wehofen im Januar 1927, von der Holtener Straße gesehen

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Hiermit bedanke ich mich recht herzlich bei Herrn Bonmann, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hatte.

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und im Jahr 1913 von Nordosten gesehen

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Rauchloser Tabak?

Bergleute wissen am besten, dass es ihn gibt. Es ist der Schnupftabak, der den früher üblichen Kautabak mehr und mehr verdrängt hat. Bei der schweren Arbeit unter Tage, in Hitze und Staub, braucht der Körper eine Anregung.

Da das Rauchen im Bergwerk nicht möglich ist, greift man zum Schnupftabak und... entdeckt seine Vorzüge: angenehm kühlende Wirkung in der Nase, das lästige Gefühl der Trockenheit der Schleimhäute ist gebannt, und das feine, anregende Aroma erfrischt. Das Schnupfen ist übrigens die älteste und intensivste Form des Tabakgenusses. Früher pflegten der Adel und die hohe Geistlichkeit den Schnupftabak zu huldigen, und man kann heute noch die kostbaren, Edelstein geschmückten Tabakdosen in den Museen bewundern.

Auch in der Gegenwart entdeckt man den Schnupftabak und seine Vorzüge wieder. So hat der bekannte Münchener Himalaja-bergsteiger Hans Ertl mit den Mitgliedern seiner Anden- Amazonas - Expedition ihn als vorzüglich, besonders bei Klima-schwankungen kennen gelernt, das klare Augen und hellen Kopf bewirkt. Er rühmt ihn auch in seinem Buch.  Sogar die Politiker können sich des Schnupftabaks bedienen, wenigstens in England und Amerika.

Schnupfen
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Im britischen Unterhaus steht eine öffentliche Schnupftabakdose, und im amerikanischen Senat kann man sich ebenfalls aus zwei Grossen, mit feinstem Schnupftabak gefüllten Flaschen zu einem Geistesblitz anregen lassen.

Auch unser Alt Bundeskanzler - Helmut Schmid schnupft - stark und gerne. Auch manche Ärzte raten zu Schnupftabak, weil die gesundheitlichen Wirkungen einer Prise für Kopf- und Augennerven als vorteilhaft gelten. Der Schnupftabak enthält ja bekanntlich nur die Hälfte an Nikotin im Vergleich zu anderen Tabakwaren. Da er nicht verbrannt wird, gibt es auch keine gefährlichen Teerprodukte, die auf die Lunge einwirken.

Wehofen 5

Wehofen vermittelt auch heute noch das einheitliche Erscheinungsbild der Entstehungszeit. Das gleichmässige Straßenraster verweist auf die sparsame, zweckbetonte Tradition des Thyssenschen Werkswohnungsbaus. Andererseits zeigen Fassadengestaltung und Dachformen Verwandtschaft mit den "malerischen" Entwürfen des Heimatstils.

Die Siedlung wurde ab 1912 für die Arbeiter und deren Familien der Schachtanlage Rhein 1 errichtet, die zum Thyssen-Bergbau gehörte. 1918 standen der Belegschaft von 1545 Beschäftigten 877 Wohnungen zur Verfügung. Zehn Jahre später wurde die Förderung auf Rhein 1 eingestellt. Die Schachtanlage Friedrich Thyssen 2/5 übernahm die Siedlung. Im Jahre 1913 entstand in der Holtener Straße eine so genannte Konsumanstalt, angesichts der damals abgelegenen Lage der Siedlung eine äusserst notwendige Einrichtung. In den Konsumanstalten konnten die Betriebsangehörigen, Lebensmittel und tägliche Bedarfsgegenstände erstehen. Neben einer "Kolonialwarenhandlung" waren unter dem Dach der Konsumanstalt eine Metzgerei und ein Manufakturwarengeschäft vereint.

 

Wehofen Feld 1932
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